Collapse the Crown – Drei Bands. Eine Bühne. Keine Kompromisse.
AUTHØRIST • GIFT OF GUILT • ON EVERY PAGE
📍 Goldene Krone, Darmstadt
📅 16.01.2026

Am Freitagabend verschlug es mich in die Goldene Krone nach Darmstadt zum „Collapse the Crown“-Event. Beim Eintreffen war die Location leider noch recht mau besucht – ein Zustand, der sich im Laufe des Abends nur bedingt besserte. Für die Bands hatte das im Nachhinein fast schon einen Vorteil, denn der Sound ließ insgesamt zu wünschen übrig. Wer die beteiligten Acts kennt, weiß: Da geht normalerweise deutlich mehr. Trotzdem wurde das Beste aus dem Abend gemacht, und mit jedem Set fanden auch noch ein paar weitere Besucher ihren Weg in die Krone – übersichtlich blieb es dennoch.

Gegen 20:45 Uhr eröffneten AUTHØRIST aus Aschaffenburg den Abend. Mit ihrem modernen Metalcore heizten sie der Krone ordentlich ein und legten einen kraftvollen Start hin. Druckvolle Riffs und aggressive Vocals sorgten sofort für Bewegung vor der Bühne und setzten den Grundton für den restlichen Abend.

Es folgte schließlich der konsequente Höhepunkt des Abends: GIFT OF GUILT betraten die Bühne und entfesselten eine Soundwand, die keine Gefangenen machte. Brutal, modern und gleichzeitig voller Atmosphäre walzte das Set durch den Raum. Die Intensität wurde noch einmal deutlich angezogen – düster, wütend und präzise zugleich. Jeder Song saß wie ein Schlag in die Magengrube – zumindest hätte er das getan, wenn der Soundtechniker seinen Job an diesem Abend vollständig im Griff gehabt hätte. Trotz allem verwandelte sich die Goldene Krone zunehmend in einen kochenden Kessel. Zirkelpits, geballte Fäuste und geschlossene Augen bestimmten das Bild – hier ging es nicht ums Sehen, sondern ums Fühlen. Mit den neuen Songs „Dead Inside“ und „Lie“ gab es zudem frisches Material auf die Ohren.

Den Abschluss machten die Gießener Jungs von ON EVERY PAGE. Mit ihrem Mix aus Post-Hardcore und Metalcore stellten sie von der ersten Sekunde an klar, dass Zurückhaltung an diesem Abend keinen Platz hatte. Druckvolle Riffs, treibende Breakdowns und eine spürbare emotionale Tiefe rissen das Publikum sofort mit. Die Nähe zwischen Band und Crowd war greifbar – Schweiß, Bewegung und absolute Hingabe bestimmten den Raum und setzten einen intensiven Schlusspunkt unter einen Abend, der trotz kleiner Schwächen vor allem eines war: ehrlich, roh und kompromisslos.