Moin Moin Freunde der gepflegten Eskalation,
der 7. Februar in Hamburg war kein normaler Konzertabend – es war eine kontrollierte Detonation. Die Inselpark Arena war bis in die letzten Reihen gefüllt, Schweiß lag schon in der Luft, bevor überhaupt ein Ton gespielt wurde, und man merkte früh: Das wird heute kein „wir hören mal rein“-Abend. Das wird Abriss.
Die „Rock, Rap & Zaubershow Tour 2026“ von The Butcher Sisters machte Halt im hohen Norden – und Hamburg hat geliefert. Laut. Eng. Leidenschaftlich. Vom ersten Moment an war klar, dass hier keine halben Sachen gespielt werden.
Fakepunt – Überraschung mit Ansage
Als die Lichter ausgingen, rechnete kaum jemand mit dem, was folgte. Kein klassischer Opener wurde angekündigt – stattdessen tauchte plötzlich Fakepunt auf der Bühne auf. Überraschungsact. Und was für einer.
Ohne große Vorrede legten sie los, als hätten sie nichts zu verlieren. Druckvolle Gitarren, eine direkte, ungeschönte Attitüde und ein Sound, der irgendwo zwischen modernem Punk, Crossover und rotziger Energie lag. Keine gestellte Show, kein künstliches Pathos – einfach ehrlicher, schnörkelloser Krach.
Das Publikum brauchte keine zwei Songs, um mitzuziehen. Die ersten Reihen bewegten sich sofort, Fäuste gingen hoch, Köpfe nickten im Takt. Fakepunt wirkten nicht wie ein Lückenfüller, sondern wie eine Band, die man bewusst so platziert hatte, um den Abend von Anfang an auf Temperatur zu bringen. Und genau das haben sie geschafft.
Selten funktioniert ein Überraschungsact so gut. Kein Bruch, kein „wer sind die denn?“, sondern ehrliche Begeisterung. Ein Auftakt, der mehr war als nur Warm-up.
Callejon – Routine trifft Raserei
Nach diesem Start wurde das Tempo nicht gedrosselt. Callejon betraten die Bühne mit der Souveränität einer Band, die weiß, wie große Hallen funktionieren. Und Hamburg war bereit.
Die Mischung aus Metalcore-Wucht, melodischen Refrains und dieser leicht überdrehten, fast ironischen Bühnenpräsenz passte perfekt in das Gesamtkonzept des Abends. Circle Pits öffneten sich wie auf Kommando, Crowdsurfer wurden im Sekundentakt nach vorne getragen, und die Band selbst hatte sichtbar Spaß daran, die Menge immer weiter anzustacheln.
Callejon verstehen es, Härte und Humor zu kombinieren, ohne ins Alberne abzurutschen. Die Songs kamen mit Druck, die Breakdowns saßen, und zwischen den Tracks gab es genau die richtige Portion Interaktion. Hamburg reagierte laut, direkt und kompromisslos.
Man merkte: Das hier ist keine Supportrolle im klassischen Sinne – das ist ein Co-Headliner-Format. Und sie lieferten entsprechend.
The Butcher Sisters – Komplettes Chaos, perfekte Kontrolle
Dann war es soweit. Dunkelheit. Erwartung. Ein kurzer Moment der Stille – und dann explodierte die Arena.
The Butcher Sisters betraten die Bühne nicht einfach, sie übernahmen sie. Vom ersten Ton an war klar: Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Stroppo und Amazing Alex hatten die Menge sofort in der Hand. Keine Aufwärmphase, kein vorsichtiges Herantasten – direkt volle Intensität.
Die neuen Songs vom „Schwarzen Album“ funktionierten live genauso brachial wie auf Platte, wenn nicht sogar stärker. „White Monster“ wurde zur kollektiven Abrissbirne, „Herr Dokter“ verwandelte die Halle in einen Chor aus tausenden Stimmen, und bei „Bauchtasche“ war endgültig Ausnahmezustand angesagt.
Was TBS live so besonders macht, ist diese Mischung aus absoluter Professionalität und völliger Eskalation. Jede Bewegung wirkt spontan, ist aber perfekt getimt. Die Rap-Parts sitzen, die Riffs drücken, die Hooks zünden. Zwischen den Songs wurde gescherzt, provoziert, angeheizt – aber nie aufgesetzt. Es fühlte sich echt an.
Die Produktion war größer als in den vergangenen Touren: Licht, Effekte, Dynamik – alles auf Hallenniveau. Trotzdem blieb die Nähe erhalten. Es wirkte nie distanziert, nie steril. Eher wie ein riesiger, lauter Clubabend mit 5000 Freunden.
Der Höhepunkt kam, als die Halle komplett mitsang. Kein Playalong, kein animierter Text – einfach pure Energie. Arme in der Luft, Bierbecher über Köpfen, verschwitzte Gesichter und dieses eine Gefühl, das nur gute Konzerte erzeugen: Gemeinschaft.
Als die letzten Töne verklangen, war niemand wirklich bereit zu gehen. Die Stimmung war nicht nur gut – sie war absolut Bombe. Und das ohne Übertreibung.
Fazit
Der 7. Februar in Hamburg war mehr als nur ein Tourstopp. Es war ein Beweis dafür, warum The Butcher Sisters inzwischen große Hallen füllen. Mit einem starken Überraschungsact in Fakepunt, einem souveränen Auftritt von Callejon und einem eigenen Set, das zwischen Abriss, Humor und musikalischer Wucht pendelte, haben TBS gezeigt, dass sie live aktuell zu den unterhaltsamsten Acts der deutschen Heavy-Szene gehören.
Hamburg hat bekommen, was es wollte: Lautstärke, Bewegung, Eskalation – und einen Abend, der noch lange nachhallen wird.
Euer Messer-Jack



























