
Kult61 als feste Größe – Ein Konzertabend zwischen Subkultur und Klangreisen
Hanau, 17. Januar 2026 – Das Kult61 in der Hanauer Landstraße 61 war zwar noch eine junge Location, aber längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Seit dem Grand Opening am 13. September 2025 hatte sich der unabhängige Kulturraum in Hanau-Großauheim als fester Treffpunkt für alternative Szene, kreative Köpfe und Musikliebhaber etabliert. Auch an diesem Abend wurde wieder deutlich, wofür das Kult61 stand: Konzerte, Kunst und Begegnungen – getragen von Diversität, Kreativität und echtem Austausch abseits des Mainstreams.
In einer ehemaligen KFZ-Halle verband sich rauer Industriecharme mit urbaner Subkultur. Offen, sicher und bewusst unangepasst bot das Kult61 Raum für junge, alternative Kunst, neue Perspektiven und ehrliche Begegnungen. Hier ging es nicht nur um Veranstaltungen, sondern um Haltung und gelebte Szene.
Sphärischer Auftakt mit Sands of Polaris
Den musikalischen Einstieg übernahmen Sands of Polaris, eine dreiköpfige Post-Rock-Band aus Hanau. Gesang stand bei ihnen nicht im Mittelpunkt – stattdessen erzählten sie ihre Geschichten instrumental.
Mit sphärischen Klangflächen, die sich langsam aufbauten, und harten, teils psychedelisch anmutenden Passagen erschufen sie dichte Soundlandschaften. Druckvolle Basslines und schnelle Gitarrenriffs sorgten dafür, dass die Musik immer wieder kraftvoll nach vorne ging.
Stücke wie „Tides“, „Helios Pathway“ und „…the Moon Sets Over Yonder“ entwickelten eine starke Sogwirkung und zogen das Publikum tief in die Musik hinein. Das Kult61 war damit schon früh am Abend spürbar auf Temperatur.
Phonoskope brachten Bewegung in die Halle
Nach einer kurzen Umbaupause folgten Phonoskope aus Offenbach am Main. In der regionalen Szene längst kein Geheimtipp mehr, wurde die Band mit hörbarer Vorfreude empfangen.
Ihr Sound bewegte sich zwischen Stoner, Grunge, Alternative und Indie-Rock. Eingängige Melodien trafen auf abwechslungsreiche Rhythmen, melodischer Gesang auf anspruchsvolle Texte. Die fünf Musiker wirkten eingespielt und energiegeladen – eine Dynamik, die sich schnell auf das Publikum übertrug.
Die Menge rückte näher an die Bühne, Köpfe nickten im Takt, erste Stimmen sangen mit. Spätestens jetzt war die Halle in Bewegung.
Stallone setzten den kraftvollen Schlusspunkt
Während der letzten Umbauphase nutzten viele Gäste die Gelegenheit, sich mit Getränken zu versorgen – zu erfreulich fairen Preisen. Auch das trug zur entspannten und gemeinschaftlichen Atmosphäre des Abends bei.
Dann betraten Stallone aus Frankfurt am Main die Bühne. Ihr Stil – eine druckvolle Mischung aus Post-, Stoner- und Math-Rock – lebte von massiven Gitarrenwänden, treibenden Rhythmen und einer intensiven Bühnenpräsenz.
Melodien schoben sich durch dichte Arrangements, Texte wurden zu Fragmenten von Geschichten, die sich zwischen Lärm und Gefühl entfalteten. Neben älteren Songs spielten sie auch Stücke aus ihrer EP „Facade“, darunter „No Comment“ und „Thirteen“, und lieferten ein wuchtiges Set, das den Abend eindrucksvoll abschloss.
Ein Raum mit wachsender Bedeutung
Der Konzertabend zeigte einmal mehr, wie wichtig Orte wie das Kult61 für die regionale Kulturszene waren. Die Mischung aus Industrieflair, Offenheit und leidenschaftlicher Livemusik schuf eine Atmosphäre, die weit über einen gewöhnlichen Konzertbesuch hinausging.
Drei Bands, drei unterschiedliche Sounds – und ein gemeinsames Gefühl von Nähe, Energie und Szenegeist.
Das Kult61 hatte an diesem Abend erneut bewiesen, dass es mehr war als nur eine Bühne: Es war ein lebendiger Raum für Ausdruck, Begegnung und Bewegung – und damit längst eine feste Größe in Hanaus alternativer Kulturlandschaft.

































