KONZERTBERICHT — Doppelbock & Punch Drunk Poets
Live im Lorbass, Gelnhausen – 14. März 2026

Am 14. März 2026 verschlug es mich nach Gelnhausen in die legendäre Kneipe und Konzertlocation Lorbass, ein Ort, der seit 44 Jahren Anlaufpunkt für Jung und Alt ist. Die Location strahlt diesen besonderen, leicht schroffen Charme aus, den man nur in Läden findet, die schon so viel erlebt haben. Schon vor dem Einlass bildete sich eine lange Schlange feierwütiger Menschen vor der Tür. Kein Wunder – Doppelbock spielten ein echtes Heimspiel und eröffneten gleichzeitig ihre anstehende Tour. Punkt 20 Uhr öffneten sich die Türen, und binnen weniger Minuten füllte sich der Lorbass bis unter die Decke.

Punch Drunk Poets – Energie, Haltung und Herzblut

Um 21 Uhr betraten die Punch Drunk Poets die Bühne – eine schöne, intime Stage, die perfekt zu ihrem Sound passte. Auf Einladung der Band war ich ihnen gefolgt und freute mich, diese großartige Truppe wiederzusehen. Kennengelernt hatte ich sie im letzten Jahr auf der Kupfergold-Tour, und auch diesmal enttäuschten sie nicht.

Mit dem Song „Hier“ eröffneten sie ihr Set und setzten damit gleich die Segel für eine gelungene Mischung aus Folk, Punk und Rock. Stück für Stück heizten sie der anfangs noch zurückhaltenden Crowd ein. „Planetarium“, „Dächer der Stadt“ und – besonders eindringlich – „Kaum berührt“, ein Lied über Gewalt an Frauen, zeigten die Band von ihrer kraftvollen wie auch nachdenklichen Seite.

Ein besonderer Moment des Abends war die Ankündigung, dass die Band Zuwachs bekommt: Svea wurde offiziell als neues Mitglied vorgestellt.  Selbst mit einer starken Stimme gesegnet, bereichert sie die Poets nun zusätzlich mit ihrem Akkordeon – ein klanglicher Farbtupfer, der dem Set hörbar guttat.

Weiter ging es mit „Nostalgie“ und einem abrupten, aber wirkungsvollen Gangwechsel hinein in „Bärknuckle Fighting“, bei dem der Raum endgültig kochte. Mit „Luisenring“ verabschiedeten sich die Punch Drunk Poets unter lautem Applaus – ein starker Support, der die Messlatte hochlegte.

Doppelbock – Heimspiel mit Herz und Abrissgarantie

Nach einer kurzen Umbaupause füllte sich die Tanzfläche im Lorbass unfassbar schnell. Das Gedränge wurde dichter, die Stimmung vibrierte – Zeit für Doppelbock. Kaum betraten die Lokalmatadore die Bühne, wurden sie frenetisch gefeiert.
Zwischen Folk-Punk, Mofas und Stammkneipen-Poesie – genau dort fühlen sich die fünf Musiker aus dem hessischen Gelnhausen seit jeher zuhause. Mit Schlagzeug, Bass, Gitarre, Akkordeon und Mandoline schaffen sie einen Sound, der irgendwo zwischen Folk und Punkrock pendelt, mal humorvoll, mal tiefgründig, immer ehrlich.

Mit „Grüße in die Runde“ starteten sie ihr Set und brachten das Publikum sofort zum Mitsingen und Tanzen. „Oh Sophie“, „Lecka Bierchen“ und eine musikalische Ode an den Frankfurter Berg folgten. Als dann „Späti“ angestimmt wurde, verwandelte sich der Lorbass endgültig in eine Feiermeile, und sogar eine Polonäse schlängelte sich einmal durch den gesamten Raum – ein Bild, das man nicht so schnell vergisst.

Natürlich durfte auch der Song für den treuen Hund nicht fehlen: „Dackel“ wurde mit besonders viel Liebe gefeiert. Mit „Noch einmal 16“ und „Wunderbare Zeit“ bediente die Band schließlich die nostalgischeren Gefühle, bevor sie mit „Die Nacht findet kein Ende“ den offiziellen Abschluss ihres Sets markierten.

Doch vorbei war der Abend damit keineswegs. Stattdessen wurde im Lorbass noch lange mit beiden Bands weitergefeiert – ein gelungener Abschluss eines intensiven, herzlichen, lauten Abends.


Fazit

Der Abend im Lorbass zeigte einmal mehr, warum diese Location Kultstatus hat und warum Bands wie Doppelbock und Punch Drunk Poets dort genau richtig aufgehoben sind. Beide Gruppen lieferten ein leidenschaftliches, energiegeladenes Konzert, das zwischen Party, Haltung, Charme und ehrlicher Musik pendelte.
Doppelbock spielten ein Heimspiel, das sich wie ein großes Wiedersehen anfühlte – voller Wärme, Chaos, Schweiß und guter Geschichten. Die Punch Drunk Poets überzeugten erneut mit Spielfreude, Themenvielfalt und ihrem besonderen Folk-Punk-Mix.

Ein Konzertabend, der den Geist der kleinen Clubszene feierte und eindrucksvoll bewies: Gelnhausen lebt, der Lorbass lebt – und Folk-Punk sowieso.