PIRATES & KINGS TOUR 2026
Warkings & Visions of Atlantis kapern die Batschkapp – mit Induction als starkem Support
08. Februar 2026, Frankfurt – Batschkapp

Wenn Krieger auf Piraten treffen, ist Pathos garantiert – und genau das lieferte die Pirates & Kings Tour 2026. Mit Warkings, Visions of Atlantis und Induction stand ein Package auf der Bühne, das Power Metal, Symphonic Bombast und cineastisches Storytelling vereinte. Die gut gefüllte Batschkapp wurde dabei zur Kulisse eines ebenso unterhaltsamen wie musikalisch hochklassigen Abends.

Induction: Melodischer Power Metal mit Format

Den Auftakt übernahmen Induction, die sich längst vom Geheimtipp zum ernstzunehmenden Act entwickelt haben. Mit „Beyond Horizons“ und „Dark Temptation“ setzte die Band sofort ein Zeichen: technisch versiert, melodisch eingängig und mit ordentlich Druck.

Gerade Songs wie „Love Kills“, „Strangers to Love“ und das treibende „Steel and Thunder“ zeigten das Gespür für große Refrains und moderne Power-Metal-Dynamik. „Gods of Steel“ brachte erstmals kollektives Kopfnicken im Publikum, bevor „Queen of Light“ ein rundes, überzeugendes Set beschloss. Ein Support, der mehr war als nur Warm-up.

Visions of Atlantis: Symphonic Metal auf hoher See

Danach hissten Visions of Atlantis die Segel – und verwandelten die Halle in eine maritime Fantasiewelt. Mit einem augenzwinkernden Einstieg zu „Jack Sparrow“ war das Publikum sofort auf ihrer Seite, ehe „To Those Who Choose to Fight“ den symphonischen Kurs vorgab.

Das Wechselspiel der Stimmen von Clémentine Delauney und Michele Guaitoli entfaltete besonders bei „The Land of the Free“, „Mercy“ und „Tonight I’m Alive“ seine ganze Stärke. Druckvollere Tracks wie „Legion of the Seas“, „Heroes of the Dawn“ und „Hellfire“ sorgten für Bewegung, während „Underwater“ eine atmosphärische Verschnaufpause bot.

Mit „Pirates Will Return“ und „Armada“ erreichte das Set seinen epischen Höhepunkt. Die Zugaben „Master the Hurricane“ und das gefühlvolle „Melancholy Angel“ rundeten eine Show ab, die musikalisch wie visuell klar auf internationales Format zielte.

Warkings: Metal-Theater mit maximaler Publikumsbindung

Als Headliner übernahmen Warkings das Schlachtfeld – gewohnt inszeniert als mythologische Kriegerfiguren. Schon das eröffnende „Warriors of the World United“ (Manowar-Cover) machte klar, wohin die Reise geht: episch, laut und ohne Ironiebremse.

Mit „We Are Warkings“, „Genghis Khan“, „Maximus“ und „Odin’s Sons“ folgte eine Reihe stampfender Hymnen, die live ihre volle Wirkung entfalteten. Die Mischung aus Power-Metal-Riffs, eingängigen Chören und erzählerischem Konzept funktionierte besonders bei „Armageddon“, „Hephaistos“ und „Warriors“.

Ein Highlight der Tour war „Pirates and Kings“, bei dem Mitglieder von Visions of Atlantis erneut auf die Bühne kamen – ein gelungener Brückenschlag zwischen beiden Bands und dem gemeinsamen Tourgedanken.

Mit düsterer Atmosphäre („Morgana’s Incantation“, „Circle of Witches“) und klassischem True-Metal-Drive („Fight“, „Kings of Ragnarök“) hielten Warkings die Spannung hoch, bevor das überraschende „Live Is Life“ (Opus-Cover) die Halle in einen ebenso unerwarteten wie funktionierenden Mitsing-Chor verwandelte.

Das Finale mit „We Are the Fire“, „Sparta“ und „Gladiator“ setzte schließlich den triumphalen Schlusspunkt unter eine Show, die sich bewusst zwischen Fantasy, Historienepos und Heavy-Metal-Feier bewegte.

Fazit

Die Pirates & Kings Tour 2026 war kein Konzert für Puristen, sondern ein Erlebnis für Fans des großen Metal-Kinos.
Induction überzeugten mit moderner Power-Metal-Klasse, Visions of Atlantis lieferten symphonische Weite und starke Hooks, und Warkings inszenierten sich als publikumsnahe Headliner mit Hang zur theatralischen Überhöhung.

Ein Abend, der zeigte: Metal darf groß, verspielt und hymnisch sein – solange die Songs tragen. Und das taten sie an diesem Sonntag in der Batschkapp ohne Zweifel.