Gothic Night at The Castle

Dunkle Klangwelten, schwarze Romantik und eine Nacht voller Gänsehaut im Jagdschloss Fasanerie

26. September 2026 | Jagdschloss Fasanerie, Wiesbaden

Alte Mauern, dunkle Geschichte, schwarze Gewänder und dazu jede Menge Gothic, Symphonic Metal und düstere Klangwelten – die Gothic Night at The Castle versprach bereits im Vorfeld einen besonderen Abend. Und wer früh genug an der Fasanerie eintraf, konnte den Besuch sogar noch mit einem kleinen Rundgang durch den Tier- und Pflanzenpark verbinden. Zwischen den Tieren und der historischen Kulisse konnte man sich schon einmal auf einen Abend einstellen, der später deutlich dunkler werden sollte.

Erst einmal warten – und das aus gutem Grund

Gegen 18 Uhr sollte es eigentlich langsam mit dem Einlass losgehen. Doch vor den Toren hieß es zunächst: warten. Der Einlass verzögerte sich.

Anfangs wusste natürlich niemand so genau, warum. Also wurde kurzerhand Platz im schönen Biergarten genommen und die Wartezeit dort überbrückt. Im Laufe des Abends sollte sich allerdings herausstellen, dass hinter der Verzögerung einiges an zusätzlicher Arbeit gesteckt hatte.

Kurz vor 19 Uhr war es dann endlich soweit: Die Türen öffneten sich.

Nach und nach füllte sich die Location. Viele Besucher kamen passend zum Anlass in aufwendig zusammengestellten Gothic-Outfits. Schwarze Kleidung, außergewöhnliche Styles und die historische Atmosphäre des Jagdschlosses passten dabei perfekt zusammen.

Auch die Location selbst war entsprechend atmosphärisch hergerichtet. Dabei lag der Gedanke nahe, dass die Dekoration teilweise auch mit dem bevorstehenden Halloween-Event zusammenhing, das dort noch stattfinden soll.

Dann wurde es dunkel – und die Musik übernahm.


Aria Blake – Symphonic Metal trifft Filmkulisse

Den musikalischen Auftakt machte Aria Blake, eine Symphonic-Metal-Band mit weiblicher Front, die klassische Einflüsse, Filmmusik und die Wucht des Metal miteinander verbindet.

Mit „Aria’s Theme“ eröffnete die Band ihr Set und legte damit direkt die passende Grundlage für diesen besonderen Abend.

Es folgten unter anderem „Asylum Requiem“, „One By One“, „The Divine Right Of Kings“ und „Stabat Mater Dolorosa“.

Gerade die Verbindung aus orchestraler Atmosphäre, klassischen Elementen und Metal verlieh dem Auftritt einen sehr eigenen Charakter. Aria Blake schafften es damit, das Publikum musikalisch in die düstere Welt der Gothic Night hineinzuziehen.

Ein Auftakt, der deutlich machte: Diese Nacht würde nicht einfach nur ein weiterer Konzertabend werden.



Leached – Romantik trifft Wut

Als Nächstes betraten Leached die Bühne.

Das Doom-Gothic-Synth-Metal-Projekt aus Köln brachte eine ganz andere Facette in den Abend. Zwischen Romantik, Wut, düsteren Synthesizer-Klängen und schweren Metal-Elementen entstand eine Atmosphäre, die deutlich dunkler und intensiver daherkam.

Den Einstieg machte ein interessantes Intro mit „Time After Time“.

Danach ging es unter anderem mit „My Dirty Women“, „Money Eats Soul“ und „Black Water“ weiter.

Leached ließen sich dabei Zeit, ihre Stimmung aufzubauen. Die Musik wirkte schwer, düster und stellenweise beinahe hypnotisch.

Mit „My Life Is Overrated“ endete schließlich das Set.

Doch ganz vorbei war es noch nicht.

Zum Abschluss folgte das Outro „Rede an die Menschheit“ von Charlie Chaplin, das dem Auftritt noch einmal eine ganz besondere Note gab.


Rote Asche – der Gastgeber bringt die schwarze Romantik auf die Bühne

Dann war es Zeit für den Gastgeber des Abends:

Rote Asche.

Die Band verbindet schwarzromantische Klavier- und Orchesterklänge mit treibenden Schlagzeugrhythmen, pulsierenden Bässen und kraftvollen Gitarrensoli. Dazu kommt der Sopran-Gesang, der gemeinsam mit Texten in Deutsch und Latein eine ganz eigene Atmosphäre erzeugt.

Symphonischer Gothic Metal, der nicht einfach nur düster sein will, sondern Emotion, Poesie und Realität miteinander verbindet.

Für Rote Asche war dieser Abend allerdings nicht einfach nur irgendein Konzert.

Hinter den Kulissen lag eine ziemlich katastrophale Woche.

Herzparasit und Scherbentanz mussten ihren Auftritt für den Samstag leider absagen. Bei Scherbentanz kam zudem noch eine Erkrankung des Sängers hinzu – an dieser Stelle natürlich gute Besserung!

Und damit nicht genug: Der eigene Ton- und Lichttechniker von Rote Asche saß beruflich in der Schweiz fest.

Innerhalb von gerade einmal 24 Stunden musste also Ersatz gefunden werden.

Zum Glück sprang der Haus- und Hifi-Techniker ein, der eigentlich frei gehabt hätte, und nahm sich der Veranstaltung an. Damit konnte am Ende doch noch das umgesetzt werden, was sich die Veranstalter für diesen Abend vorgenommen hatten.

Und genau dafür gehört auch einmal ein großes Dankeschön ausgesprochen.

Denn trotz all dieser Schwierigkeiten lief der Abend weiter.



Souls of Sorrow – düster, intensiv und emotional

Zum Abschluss wurde es noch einmal besonders atmosphärisch.

Souls of Sorrow betraten die Stage.

Die Band steht für atmosphärischen Dark Rock, verbindet Gothic-Einflüsse mit der Energie und Härte des Metal und erschafft daraus einen Sound, der gleichzeitig melancholisch, mystisch und kraftvoll wirkt.

Mit „Reborn“, „King of the Past“, „End of Me“, „Song of the World“, „Hour of the Ghosts“ und „Neverlander“ ging es durch ein Set, das noch einmal viele Facetten der dunklen Musikszene zeigte.

Doch dieser Auftritt bekam an diesem Abend eine zusätzliche, sehr besondere Bedeutung.

Nur einen Tag vor der Gothic Night war Bruno Kramm, Mitbegründer von Das Ich, im Alter von 58 Jahren verstorben. Kramm hatte die deutsche Gothic- und Dark-Wave-Szene über Jahrzehnte mitgeprägt und war als Musiker, Komponist und Produzent eine prägende Figur dieser Szene.

Sein Tod lag am Abend unmittelbar über der Veranstaltung. Souls of Sorrow gedachten dieses großen Namens der Szene und verliehen dem ohnehin schon emotionalen Abend damit einen weiteren, sehr nachdenklichen Moment.

Manchmal braucht es eben keine großen Worte.

Manchmal reicht Musik.


Trotz Verzögerung: Die Gothic Night funktioniert

Was zunächst mit einer Verzögerung beim Einlass begann, entwickelte sich schließlich zu einem langen, intensiven und vor allem abwechslungsreichen Konzertabend.

Vier Bands, unterschiedliche Spielarten von Gothic, Metal, Dark Rock und Symphonic Metal – und eine Location, die für eine solche Veranstaltung kaum passender hätte sein können.

Das historische Jagdschloss, die alten Mauern, die Besucher in ihren schwarzen Gewändern und die düsteren Klänge von der Bühne ergaben gemeinsam eine Atmosphäre, die man nicht einfach in einen normalen Club hätte übertragen können.

Besonders bemerkenswert war dabei, dass trotz der Verzögerung alle auftretenden Bands ihre kompletten Sets spielen konnten. Das Publikum bekam somit am Ende genau das, wofür es gekommen war: einen langen Abend voller Musik.

Und auch die Probleme hinter den Kulissen zeigten einmal mehr, dass eine Veranstaltung nicht nur aus dem besteht, was vorne auf der Bühne passiert.

Da wird kurzfristig ein Techniker gesucht, ein ausgefallener Act muss kompensiert werden, Umbauten müssen funktionieren – und am Ende muss trotzdem alles so aussehen, als wäre es genau so geplant gewesen.

Bei der Gothic Night hat das funktioniert.


Fazit – Schwarze Nacht mit besonderem Nachhall

Die Gothic Night at The Castle war ein Abend mit Verzögerungen, kurzfristigen Herausforderungen, unterschiedlichen musikalischen Facetten und einer ganz besonderen Atmosphäre.

Von Aria Blake über Leached und Rote Asche bis zu Souls of Sorrow bekam das Publikum vier unterschiedliche Blickwinkel auf die dunkle Seite der Musik.

Dazu die Kulisse des Jagdschlosses Fasanerie – und eine Gothic-Szene, die zeigte, wie vielfältig, kreativ und emotional sie sein kann.

Es war ein langer Abend.

Es war ein intensiver Abend.

Und trotz einer turbulenten Woche hinter den Kulissen wurde am Ende genau das geschaffen, was sich die Veranstalter gewünscht hatten:

Eine Gothic Night, die zwischen alten Mauern, schwarzen Gewändern und schweren Klängen ihre ganz eigene Magie entwickelte.

Skulls-And-Bones-Schlusszeile

Die Nacht begann mit Warten vor den Toren – und endete mit Musik, die noch lange zwischen den alten Mauern nachhallte. Die Gothic Night at The Castle hat gezeigt: Wenn die Dunkelheit ruft, kommen die Landratten eben nicht mit Taschenlampe, sondern in Schwarz.