Pünktlich zum frühen Abend knarrte das Holz, und Suicide Silence eröffneten den Raubzug ohne Vorwarnung. Schon mit den ersten Takten war klar, dass „Unanswered“ nicht nur ein Song, sondern eine Kampfansage war. Die Menge antwortete mit erhobenen Fäusten und offenen Moshpits, während „Wake Up“ wie ein Weckruf für alle Unentschlossenen durch die Halle fegte.
Als „You Only Live Once“ erklang, gab es kein Halten mehr – Crowdsurfer segelten quer über das Deck, als hätten sie nichts mehr zu verlieren. Spätestens bei „Fuck Everything“ war jede Ordnung über Bord geworfen, und „No Pity for a Coward“ beendete das Set wie ein letzter Kanonenschuss, der noch lange im Bauch vibrierte. Ein Auftakt roh, ehrlich und ohne Gnade.

Mit Dying Fetus wurde das Meer schwerer, dunkler, tödlicher. Kein unnötiges Gerede – nur Druck. „Unbridled Fury“ walzte über die ersten Reihen hinweg wie ein Rammsporn, und bei „Subjected to a Beating“ verstand auch der Letzte, dass dies kein gewöhnlicher Zwischenstopp war. Die Band spannte ihre Songs wie dicke Taue: „From Womb to Waste“ und „Grotesque Impalement“ zogen das Publikum tiefer hinein, während „Wrong One to Fuck With“ mit seinem Groove ganze Körpermassen gleichzeitig in Bewegung setzte. Spätestens bei „In the Trenches“ war die Halle ein einziger brodelnder Hexenkessel – Schweiß tropfte von der Decke, und der Boden bebte, als wolle er selbst fliehen.

Dann senkte sich der Nebel. Mit dem düsteren „Voron“-Intro übernahmen Slaughter To Prevail das Kommando, und was folgte, war nichts weniger als totale Eskalation. „Bonebreaker“ traf wie ein Vorschlaghammer, während „Russian Grizzly in America“ die Halle in ein brüllendes Ungetüm verwandelte.

Bei „Viking“ reckten sich Fäuste wie Speere in die Luft, und „Bratva“ schweißte die Menge zu einer einzigen, tobenden Horde zusammen. Die finstere Wucht von „Baba Yaga“ und „Koschei“ ließ keinen Platz zum Atmen, bevor „Conflict“ und „Kid of Darkness“ den Orkan weiter anfachten.

Als zum Schluss „Demolisher“ losbrach, gab es kein Oben und Unten mehr – nur noch Bewegung, Lärm und pure Entladung. Ein Finale, das nicht endete, sondern einschlug.

⚓ Fazit

Dieser Abend war kein Konzert, sondern eine Überfahrt durch feindliche Gewässer. Suicide Silence entfachten das Feuer, Dying Fetus hielten den Kurs durch den Sturm, und Slaughter To Prevail rissen das Steuer endgültig an sich. 4500 Metalheads, vereint in Moshpits und auf den Wellen der Crowdsurfer, machten Hamburg für ein paar Stunden zu einem Piratennest aus Stahl, Schweiß und verzerrtem Hass.