Drei Bands, wenig Publikum, aber ordentlich Druck auf dem Kessel
SPHERES, PRECIPITATION & Gift of Guilt im Schöppche Keller Frankfurt
Schöppche Keller, Frankfurt am Main – 19.09.2026
Schöppche Keller presents: SPHERES
Support: PRECIPITATION & Gift of Guilt
Doors: 19:30 Uhr | Start: 20:00 Uhr
Alt-Sachsenhausen, ein kleiner Keller, drei Bands und jede Menge harte Klänge – eigentlich die perfekte Mischung für einen Metalabend. Am 19. September lud der Schöppche Keller zu einem Abend mit Gift of Guilt, SPHERES und PRECIPITATION ein.
Mit einer kleinen Verzögerung öffneten sich die Türen zum Schöppche Keller. Nach und nach fanden sich die ersten Gäste ein. Allerdings wurde schnell deutlich, dass der Abend leider vor einem sehr kleinen Publikum stattfinden würde.
Warum letztlich so wenige Leute den Weg in den Schöppche Keller gefunden hatten, bleibt offen. Gerade bei einem Line-up mit drei unterschiedlichen und musikalisch starken Bands war das durchaus schade. Denn an den Bands selbst sollte es an diesem Abend definitiv nicht liegen.
Gift of Guilt – der Abend nimmt Fahrt auf
Den Auftakt übernahmen Gift of Guilt. Die Jungs hatten eine Auswahl ihrer bekanntesten Songs im Gepäck und machten direkt klar, dass sie sich von der geringen Besucherzahl nicht ausbremsen lassen würden.
Neben bekannten Songs gab es an diesem Abend auch einen besonderen Moment für die Band: „Sleepwalker“ wurde offiziell released und fand seinen Start auf YouTube. Für Gift of Guilt also ein besonderer Abend, an dem nicht einfach nur ein Konzert gespielt wurde, sondern gleichzeitig ein neuer Song den Weg nach draußen fand.
Rund 45 Minuten stand die Band auf der Bühne und lieferte dabei ordentlich ab. Alternative Metal, druckvolle Gitarren und eine Menge Energie sorgten dafür, dass zumindest musikalisch schnell Bewegung in den Keller kam.
Auch wenn vor der Bühne leider nur wenige Gäste standen, gaben Gift of Guilt alles. Genau das macht eine gute Liveband schließlich aus: Nicht nur vor einem vollen Saal Gas zu geben, sondern auch dann, wenn die Reihen einmal deutlich dünner sind.
SPHERES – französischer Metal im Schöppche Keller
Danach wurde es international.
SPHERES aus Paris waren an diesem Abend eigentlich der Act, um den sich alles drehte. Kurioserweise wollten die Jungs aus Frankreich jedoch selbst als zweite Band des Abends auftreten – und genau das taten sie dann auch.
Mit ihrem Mix aus Melodic Death Metal und Progressive Metal brachten SPHERES ordentlich Härte in den Schöppche Keller.
Kraftvolle Vocals, harte Gitarren und progressive Elemente trafen auf eine Band, die sichtbar Bock hatte, die Bühne auseinanderzunehmen. Eine breite Auswahl ihrer Songs sorgte dafür, dass das Set trotz der eher kurzen Rahmenbedingungen abwechslungsreich blieb.
Besonders interessant wurde es mit „We Are Not Alone“, denn damit präsentierten SPHERES dem Publikum auch etwas Neues.
Die Franzosen machten dabei keinen Unterschied zwischen großem Publikum oder kleiner Runde. Sie spielten mit voller Energie und ließen ihre Mischung aus Melodic Death und Prog Metal durch den Keller krachen.
Und auch wenn vor der Bühne leider viel Platz blieb, wurde vor der Bühne gefeiert. Die wenigen Gäste, die gekommen waren, ließen sich nicht zweimal bitten.
PRECIPITATION – 25 Minuten Vollgas
Danach waren eigentlich PRECIPITATION an der Reihe. Allerdings hatte der Abend inzwischen mit seinen Verzögerungen ordentlich Zeit verloren.
Das Zeitlimit im Schöppche Keller war fast erreicht und für PRECIPITATION blieben am Ende gerade einmal 25 Minuten Spielzeit.
Normalerweise wären 25 Minuten für eine Prog-Metal-Band vielleicht nicht gerade das ideale Zeitfenster. PRECIPITATION machten daraus jedoch kurzerhand ein kleines musikalisches Sprintprogramm.
Keine langen Pausen, kein unnötiges Vorgeplänkel – einfach Instrumente umhängen und los.
Die Band spielte ein schnelles und intensives Set und holte in diesen 25 Minuten noch einmal alles heraus. Trotz der kurzen Spielzeit schafften es PRECIPITATION, die Anwesenden mitzunehmen und musikalisch noch einmal ordentlich Druck aufzubauen.
Und nein – es ist kein neuer Gitarrist!
Eine kleine optische Überraschung gab es bei PRECIPITATION dann allerdings doch.
Bevor jetzt jemand denkt, die Band hätte plötzlich einen neuen Gitarristen: Nein, haben sie nicht.
Es ist immer noch Daniel wie vorher. Allerdings musste er sich aus persönlichen Gründen von seiner langen Haarpracht verabschieden und trägt inzwischen einen stattlichen Vollbart.
Für alle, die ihn vorher mit fliegenden Haaren auf der Bühne erlebt haben, natürlich erst einmal ein ungewohnter Anblick.
Keine langen Haare mehr, die beim Spielen durch die Gegend fliegen – dafür jetzt Vollbart.
Aber so ist das manchmal im Leben: Haare kommen, Haare gehen. Entscheidend ist schließlich, was aus den Boxen kommt. Und musikalisch war bei PRECIPITATION alles beim Alten.
Auch in der verkürzten Spielzeit performten sie grandios und holten die wenigen Gäste noch einmal komplett ab.
Wenige Gäste – aber trotzdem wurde gefeiert
Und dann war der Abend auch schon wieder vorbei.
Was bleibt, ist ein Konzertabend mit drei starken Bands, aber leider viel zu wenigen Gästen.
Warum so wenige Menschen den Weg in den Schöppche Keller gefunden haben, bleibt offen. Gerade deshalb ist es schade, denn Gift of Guilt, SPHERES und PRECIPITATION hätten definitiv mehr Publikum verdient gehabt.
Natürlich ist die Stimmung bei einem vollen Club eine andere. Wenn vor der Bühne nur eine Handvoll Menschen steht, fehlt einfach ein Teil der Energie, die ein großes Publikum erzeugen kann.
Aber genau hier haben die Bands an diesem Abend Stärke gezeigt.
Keine der drei Bands ließ sich von der geringen Besucherzahl die Laune verderben. Alle gingen auf die Bühne und gaben das, was man von einer Liveband erwartet: Energie, Leidenschaft und ordentlich Druck.
Diejenigen, die da waren, machten das Beste daraus. Es wurde geschwitzt, gefeiert und gerockt – auch wenn der Platz vor der Bühne deutlich größer war als die Anzahl der Menschen davor.
Fazit
Organisatorisch hätte der Abend etwas mehr Luft vertragen können. Die kleine Verzögerung am Anfang zog sich durch den weiteren Verlauf und sorgte letztlich dafür, dass PRECIPITATION nur rund 25 Minuten spielen konnten.
Musikalisch hingegen gab es an diesem Abend einiges zu erleben.
Gift of Guilt eröffneten den Abend mit einem besonderen Release-Moment rund um „Sleepwalker“. SPHERES brachten französischen Melodic Death und Progressive Metal nach Frankfurt und zeigten, dass auch ein kleines Publikum ordentlich Druck bekommen kann. PRECIPITATION mussten sich mit gerade einmal 25 Minuten zufriedengeben, machten daraus aber ein intensives und energiegeladenes Finale.
Schade bleibt vor allem die geringe Besucherzahl. Drei Bands standen auf der Bühne und gaben alles – eigentlich hätte dieser Abend deutlich mehr Menschen verdient gehabt.
Aber manchmal sind es eben nicht die großen Menschenmengen, die einen Konzertabend ausmachen. Manchmal sind es die wenigen, die tatsächlich da sind, die bis zum letzten Song bleiben und gemeinsam mit den Bands das Beste aus der Situation machen.
Und genau das passierte an diesem Abend im Schöppche Keller.
Skulls And Bones sagt: Wenig Leute vor der Bühne, aber trotzdem ordentlich Feuer auf der Bühne – denn echter Metal braucht keine Menschenmassen, sondern Bands, die auch vor einer kleinen Meute alles geben.










































