Zwischen Gänsehaut und Moshpit: Future Palace tauchen Frankfurt in Deep Blue

Deep Blue Tour 2026 | Batschkapp Frankfurt | 14. Oktober 2026

Special Guest: As Everything Unfolds | Opener: Luna Kills

Manchmal braucht es nicht viel, um einen Konzertabend ins Rollen zu bringen: ein paar harte Riffs, eine ordentliche Portion Emotionen und ein Publikum, das nur darauf wartet, endlich alles rauszulassen. Genau diese Mischung brachte die Deep Blue Tour 2026 von Future Palace am Mittwoch, dem 14. Oktober, in die Frankfurter Batschkapp. Rund 750 Besucher waren dabei und sorgten für einen Abend, an dem sich ausgelassene Party, Moshpits und tiefgehende musikalische Momente die Klinke in die Hand gaben.

Schon vor dem Einlass um 19 Uhr warteten die ersten Fans vor den Toren der Batschkapp. Die Vorfreude war spürbar, denn mit Luna Kills als Opener, As Everything Unfolds als Special Guest und Future Palace als Headliner stand ein Line-up auf dem Programm, das moderne Härte mit großen Melodien und jeder Menge emotionaler Wucht verbinden sollte. Der Konzertabend hielt, was die Besetzung versprach: druckvolle Breakdowns, aggressive Shouts und Songs, die nicht nur in die Beine, sondern auch unter die Haut gingen.

Luna Kills: Finnische Abrissbirne zum Auftakt

Den Anfang machten Luna Kills aus Finnland. Die Band um Frontfrau Lotta setzte vom ersten Moment an auf einen modernen Mix aus Nu Metal, Alternative Metal und elektronischen Elementen. Druckvolle Gitarren, wuchtige Rhythmen und der Wechsel zwischen melodischem Gesang und aggressiven Shouts machten schnell klar, dass hier niemand zum gemütlichen Aufwärmen auf die Bühne gekommen war.

Mit Songs wie „Fever Dream“ und „LEECH“ zeigten Luna Kills gleich zwei Seiten ihres Sounds. Während „Fever Dream“ die melodischere und gefühlvollere Facette hervorhob, zog „LEECH“ die musikalische Schraube wieder ordentlich an. Hier trafen kantige Riffs auf eine aggressive Grundstimmung, die dem Publikum einen ersten Vorgeschmack auf die Härte des Abends lieferte.

Die Finninnen nutzten ihre Spielzeit, um sich dem Frankfurter Publikum vorzustellen und ordentlich Druck aufzubauen. Nach und nach sprang die Energie von der Bühne auf die Besucher über. Luna Kills lieferten damit einen gelungenen Auftakt und machten deutlich, dass die Messlatte für die folgenden Bands bereits ziemlich hoch lag.

As Everything Unfolds: Melodie trifft auf pure Intensität

Im Anschluss übernahmen As Everything Unfolds aus Großbritannien. Die Band um Sängerin Charlie Rolfe bewegt sich zwischen Alternative Metal, Post-Hardcore und melodischen Passagen und versteht es, diese unterschiedlichen Einflüsse zu einem eigenständigen Sound zusammenzuführen.

Bereits mit „DENIAL“ und „SET IN FLOW“ nahm der Auftritt ordentlich Fahrt auf. Besonders der Wechsel zwischen Rolfes klarem, ausdrucksstarkem Gesang und ihren kraftvollen Shouts verlieh den Songs eine zusätzliche Schärfe. Hier wurde nicht einfach nur Musik gespielt – hier wurde mit Dynamik gearbeitet, Spannung aufgebaut und im richtigen Moment die nächste Ladung Härte nachgelegt.

Mit „Felt Like Home“ zeigte die Band ihre melodischere Seite. Der Song bildete einen gelungenen Kontrast zu den härteren Passagen und brachte eine andere, emotionalere Facette des Auftritts zum Vorschein. Bei „Ultraviolet“ zog das Tempo wieder an, bevor „On the Inside“ den Auftritt wirkungsvoll abrundete.

As Everything Unfolds überzeugten mit einer abwechslungsreichen Performance, die sowohl Raum für große Melodien als auch für kompromisslose Ausbrüche ließ. Damit bereiteten die Briten den Boden für einen Headliner, der genau von diesem Wechselspiel lebt.

Future Palace: Wenn Emotionen auf Breakdowns treffen

Nach zwei starken Vorbands war die Vorfreude auf Future Palace deutlich spürbar. Als das Berliner Trio schließlich die Bühne betrat, richteten sich die Blicke auf Sängerin Maria Lessing, Gitarrist Manuel Kohlert und Schlagzeuger Johannes Früchtenicht.

Mit der Deep Blue Tour 2026 präsentierten Future Palace ihre charakteristische Mischung aus Alternative Metal, Post-Hardcore und elektronischen Elementen. Im Zentrum steht dabei Maria Lessing, die zwischen verletzlichem Klargesang und intensiven Shouts wechseln kann, ohne dabei die emotionale Wirkung ihrer Songs zu verlieren. Zusammen mit den druckvollen Gitarren und dem treibenden Schlagzeug entsteht ein Sound, der gleichermaßen nach vorne geht und zum Innehalten zwingt.

Der Einstieg mit „Deep Blue“ setzte direkt ein Ausrufezeichen. Dichte Atmosphäre, druckvolle Instrumentierung und intensive Vocals brachten die musikalische Handschrift der Band unmittelbar auf den Punkt. Mit „The Shades“ und „Uncontrolled“ ging es anschließend kraftvoll weiter. Die Gitarren drückten, das Schlagzeug trieb die Songs nach vorne und Lessings Stimme verlieh dem Ganzen jene emotionale Tiefe, die Future Palace auszeichnet.

Dabei zeigte sich schnell, was die Band live so reizvoll macht: Der Wechsel zwischen ruhigen, beinahe zerbrechlichen Passagen und Momenten, in denen die Musik förmlich explodiert. Kaum hatte man Gelegenheit, einmal durchzuatmen, schlug der nächste Breakdown ein. Die Batschkapp bekam damit genau die Mischung aus Bewegung, Energie und emotionaler Intensität, für die diese Tour steht.

Ein besonderer Moment mit Charlie Rolfe

Ein Höhepunkt des Abends folgte mit „The Echoes of Disparity“. Für diesen Song kehrte Charlie Rolfe von As Everything Unfolds noch einmal auf die Bühne zurück. Das gemeinsame Auftreten der beiden Sängerinnen verlieh dem Stück eine zusätzliche Dimension und machte aus dem Song einen besonderen Moment des Abends.

Die unterschiedlichen Stimmen ergänzten sich und unterstrichen, wie gut die beiden Bands musikalisch zusammenpassen. Solche Gastauftritte sind mehr als eine nette Überraschung: Sie geben einem ohnehin starken Song eine neue Farbe und bleiben dem Publikum oft länger im Gedächtnis als der nächste spektakuläre Breakdown.

Zwischen Gänsehaut und Moshpit

Dass Future Palace nicht ausschließlich über Härte funktionieren, wurde auch bei „Nightfall“ und „Defeating Gravity“ deutlich. Hier rückten die Melodien und die emotionale Ausdruckskraft stärker in den Vordergrund, ohne dass die Songs an Intensität verloren.

Inhaltlich beschäftigt sich die Band häufig mit inneren Konflikten, Selbstzweifeln, mentaler Gesundheit und dem Versuch, aus schwierigen Situationen einen Ausweg zu finden. Diese Themen verleihen der Musik eine persönliche Ebene, die auch live spürbar wird. Es geht nicht allein darum, möglichst schwere Riffs aufzutürmen oder den nächsten Breakdown durch die Boxen zu jagen. Vielmehr entsteht aus dem Zusammenspiel von Texten, Gesang und Instrumentierung eine emotionale Achterbahnfahrt, in der sich viele Zuhörer wiederfinden können.

Und trotzdem kam auch die körperliche Seite des Abends nicht zu kurz. Rund 750 Besucher sorgten für ordentlich Leben vor der Bühne. Die Stimmung wechselte zwischen konzentriertem Zuhören, ausgelassenem Feiern und Moshpits, in denen die Energie der Songs unmittelbar auf das Publikum übersprang. Genau diese Gegensätze machten den Abend aus: eben noch Gänsehaut, im nächsten Moment wieder Vollgas.

Mit „Paradise“ und „Dead Inside“ standen zwei weitere bekannte Songs auf dem Programm, bevor „Malphas“ den Schlusspunkt des regulären Sets setzte. Nach rund 75 Minuten war der Auftritt vorbei. Zurück blieb ein Konzertabend, der sowohl musikalisch als auch atmosphärisch einiges zu bieten hatte.

Fazit: Frankfurt bekam die volle Ladung Future Palace

Die Deep Blue Tour 2026 machte in der Batschkapp deutlich, wie wirkungsvoll moderne Härte und emotionale Tiefe miteinander verschmelzen können. Luna Kills lieferten einen druckvollen Auftakt, As Everything Unfolds überzeugten mit Dynamik und starken Kontrasten, und Future Palace führten diese Mischung als Headliner konsequent weiter.

Rund 750 Besucher, eine lebendige Stimmung, Moshpits und intensive musikalische Momente machten den Mittwochabend zu einem gelungenen Konzert für alle, die modernen Metalcore und Alternative Metal mit emotionaler Schlagseite zu schätzen wissen.

Future Palace lieferten keinen seichten Ausflug ins musikalische Tiefblau, sondern eine Achterbahnfahrt zwischen Gänsehaut und Abriss. Frankfurt durfte feiern, fühlen und schwitzen – und die Batschkapp bekam ihre ganz eigene Portion Deep Blue.

Skulls And Bones Magazine – wir bleiben am Bühnenrand, wenn andere längst wieder zu Hause sind.