AZADI METAL FESTIVAL 2026 – Zwei Tage für Freiheit, Musik und Solidarität

22. & 23. Mai 2026 | Kulturpalast Wiesbaden

Unter dem Motto „Woman, Life, Freedom – Jin, Jiyan, Azadî“ fand am 22. und 23. Mai 2026 erneut das AZADI Metal Festival im Kulturpalast Wiesbaden statt. Das Festival vereinte auch in diesem Jahr eindrucksvoll Musik, Kultur, politische Aufklärung und Solidarität mit den Menschen im Iran. Zwei Tage lang wurde nicht nur gefeiert und gemosht, sondern auch ein wichtiges Zeichen für Freiheit, Menschenrechte und Gleichberechtigung gesetzt.

Freitag: Musik trifft auf Realität

Bereits um 17 Uhr öffnete der Kulturpalast seine Türen. Schon früh fanden sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher ein, um gemeinsam ein Festival zu erleben, das weit mehr ist als nur ein gewöhnliches Metal-Event.

Zum Auftakt gab es in diesem Jahr einen besonderen Programmpunkt: einen Live-Podcast mit Shayan, Frontmann der Iranischen Band Trivax. Der Musiker war eigens aus Großbritannien angereist, um über seine Erfahrungen im Iran zu berichten. Aufgrund seiner Leidenschaft für Metal-Musik und seiner persönlichen Umstände sah er sich gezwungen, seine Heimat zu verlassen.

In seinem bewegenden Vortrag sprach Shayan über die Situation im Iran, die Unterdrückung von Künstlern, Musikschaffenden und Andersdenkenden sowie über die Gefahren, denen viele Menschen täglich ausgesetzt sind. Immer wieder wurde deutlich, dass es sich hierbei nicht um abstrakte politische Themen handelt, sondern um die Lebensrealität von Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen, ihres Aussehens oder ihrer Musik verfolgt werden.

Besonders emotional wurde es, als von Demonstrierenden und Menschen berichtet wurde, die durch das Regime ihr Leben verloren haben. Der Podcast erinnerte eindringlich daran, wie privilegiert wir in Deutschland leben und dass Probleme wie steigende Preise zwar belastend sein können, aber nicht mit der existenziellen Bedrohung vergleichbar sind, der viele Menschen im Iran ausgesetzt sind.

Das vollständige Gespräch kann hier angesehen werden:

https://www.youtube.com/watch?v=-gJ7bWWVX4U

Apostasie eröffnet den musikalischen Teil

Nachdenklich gestimmt, aber zugleich motiviert durch die Botschaft des Festivals, begann anschließend das musikalische Programm.

Den Auftakt machte Apostasie. Mit ihrer Mischung aus deutschsprachigem Melodic Folk und Black Metal schufen sie eine mystische Atmosphäre im Kulturpalast. Weihrauch zog durch den Raum und unterstrich die düstere Stimmung ihrer Songs. Trotz der vergleichsweise kleinen Bühne überzeugte die Band mit einer starken Performance und zog das Publikum sofort in ihren Bann.

Nach einer kurzen Umbaupause betraten Darcy’s Fault die Bühne. Die Alternative-Rocker sorgten für einen deutlichen stilistischen Kontrast und lieferten eine energiegeladene Show ab. Mit eingängigen Songs und viel Bühnenpräsenz brachten sie das Publikum zum Mitsingen und Mitfeiern.

Anschließend folgte mit Spillflower eine Band, die vielen Besuchern bereits bestens bekannt war. Mit modernem Metalcore und einer beeindruckenden Bühnenenergie brachte die Gruppe den Saal zum Beben. Die Crowd ließ sich sofort mitreißen und verwandelte den Kulturpalast in einen Hexenkessel.

Eigentlich war für den Abschluss des ersten Tages ein Secret Act angekündigt. Dieser musste jedoch krankheitsbedingt absagen. Glücklicherweise konnte kurzfristig ein würdiger Ersatz gefunden werden: Lycania aus Hanau. Die Symphonic-Metal-Band ist längst kein Geheimtipp mehr und begeisterte mit einer kraftvollen Show. Bekannt sind sie außerdem als Veranstalter ihres eigenen Events „Bloodmoon Symphonies“, das sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut.

Festivalgelände mit Herz

Neben dem musikalischen Programm bot das AZADI Festival auch zahlreiche Möglichkeiten zum Verweilen und Entdecken.

Draußen konnten Besucher an einer Auktion teilnehmen, bei der Motive vergangener AZADI Festivals versteigert wurden. Darüber hinaus gab es eine Chill-out-Area mit Spielmöglichkeiten zum Entspannen. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen sorgten kleine Planschbecken für willkommene Abkühlung und wurden von den Gästen dankbar angenommen.

Samstag: Sechs Bands und schweißtreibende Temperaturen

Der zweite Festivaltag begann früh. Bei Temperaturen von knapp 30 Grad Celsius war bereits am Nachmittag klar, dass sowohl die Bands als auch das Publikum an ihre Grenzen gehen würden.

Den Auftakt machten Cephyre aus Herborn. Mit ihrem Dark Extreme Melodic Metal sorgten sie direkt für die ersten fliegenden Haare und brachten die Crowd auf Betriebstemperatur.

Anschließend betraten Lorraine die Bühne. Wer die Band kennt, weiß genau, was ihn erwartet: ein Sturm aus Melodic Alternative Postcore Metal. Mit ihrer intensiven Performance brachten sie den Saal zum Kochen und sorgten für ausgelassene Stimmung vor der Bühne.

Mit Phat Problem stand danach die Band auf dem Programm, die die weiteste Anreise hinter sich hatte. Die Punkrocker waren eigens aus Großbritannien angereist und zeigten eindrucksvoll, welche internationale Strahlkraft das AZADI Festival inzwischen entwickelt hat. Mit ehrlichem, lautem und kompromisslosem Punk lieferten sie eine energiegeladene Show voller Leidenschaft und Haltung.

Danach wurde es deutlich härter: Roots Of Unrest entfesselten ihren Death-Metal-Sound und sorgten für zahlreiche Headbanger vor der Bühne. Die Crowd reagierte entsprechend – ein Circle Pit ließ nicht lange auf sich warten, und die Band holte noch einmal alles aus dem Publikum heraus.

Mit Lankester Merrin betrat anschließend eine weitere bekannte Formation die Bühne. Die Melodic-Metal-Band aus Hildesheim überzeugte mit Spielfreude, starken Songs und einer mitreißenden Bühnenpräsenz. Ihre positive Energie übertrug sich sofort auf das Publikum, das tanzte, feierte und jeden Song begeistert aufnahm.

Elvenpath als krönender Abschluss

Zum großen Finale betraten schließlich Elvenpath aus Frankfurt die Bühne. Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind die Power-Metaller aktiv und bewiesen eindrucksvoll, warum sie sich einen festen Platz in der deutschen Metal-Szene erarbeitet haben.

Mit hymnischen Melodien, kraftvollen Riffs und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz brachten sie den Kulturpalast ein letztes Mal zum Beben. Die Band mobilisierte die letzten Energiereserven des Publikums und sorgte für einen würdigen Abschluss eines außergewöhnlichen Festivalwochenendes.

Mehr als nur ein Festival

Das AZADI Metal Festival 2026 hat erneut bewiesen, dass Musik Menschen verbinden kann. Zwei Tage voller großartiger Bands, inspirierender Gespräche, wichtiger Botschaften, gutem Essen, kühlen Getränken und unzähligen Begegnungen machten die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis.

Besonders hervorzuheben ist die familiäre Atmosphäre. Die Bands waren nahbar, Gespräche zwischen Künstlern und Fans entstanden ganz selbstverständlich, und überall war spürbar, dass hier eine Gemeinschaft zusammenkommt, die weit über die Musik hinaus für gemeinsame Werte einsteht.

Den Abschluss bildete eine ausgelassene Aftershow-Party, bei der bis spät in die Nacht gefeiert wurde.

AZADI nun offiziell eingetragener Verein

Eine weitere wichtige Neuigkeit wurde während des Festivalwochenendes bekannt gegeben: Das Team hinter dem AZADI Metal Festival verkündete mit sichtlichem Stolz, dass das Projekt ab sofort als eingetragener Verein (e.V.) organisiert ist.

Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung des Festivals. Was einst als engagierte Initiative begann, hat sich über die Jahre zu einer festen Größe in der regionalen Metal- und Kulturszene entwickelt. Durch die Vereinsgründung erhält das AZADI Festival nun eine noch stärkere organisatorische Basis, um seine kulturellen und gesellschaftlichen Ziele langfristig weiterzuverfolgen.

Die Vereinsstruktur ermöglicht es, zukünftige Projekte, Benefizaktionen und kulturelle Veranstaltungen noch nachhaltiger zu planen und umzusetzen. Gleichzeitig unterstreicht dieser Schritt den Anspruch des Festivals, nicht nur ein musikalisches Event zu sein, sondern auch eine Plattform für gesellschaftlichen Austausch, Solidarität und den Einsatz für Menschenrechte.

Die Bekanntgabe wurde vom Publikum mit großem Applaus aufgenommen und zeigt eindrucksvoll, dass hinter dem AZADI Metal Festival weit mehr steckt als zwei Tage Live-Musik. Es ist eine Bewegung, die für Freiheit, Vielfalt und Zusammenhalt steht – Werte, die mit der Gründung des eingetragenen Vereins nun auch organisatorisch in die Zukunft getragen werden.

Unser besonderer Dank gilt dem gesamten AZADI-Team, das auch in diesem Jahr wieder ein Festival auf die Beine gestellt hat, das Kultur, Musik und gesellschaftliches Engagement auf einzigartige Weise verbindet.

Für Freiheit. Für Menschenrechte. Für die Rechte der Frauen.

Jin, Jiyan, Azadî – Woman, Life, Freedom.