Piraten entern den Holy Ground – Der Mittwoch des Wacken Open Air 2026
Ahoi, ihr Landratten! Der Mittwoch auf dem Wacken Open Air 2026 war kein gewöhnlicher Festivaltag – er war eine gewaltige Seeschlacht aus Blastbeats, Hymnen, Folk-Klängen und jeder Menge Piratengeist. Schon am frühen Mittag lichtete der Holy Ground den Anker und nahm Kurs auf einen Tag, der vom ersten Ton bis weit nach Mitternacht keine Gefangenen machte. Auf den Bühnen sorgten unter anderem Broken By The Scream, Visions Of Atlantis, Thundermother, Lovebites, Ricky Warwick, The Hardkiss, The Butcher Sisters, Vanir, The Gathering, Electric Bassboy, Dirty Shirt, Lacuna Coil, Kadavar, Hämatom, Unzucht, Rose Tattoo, Sacred Steel sowie zahlreiche weitere Bands auf den kleineren Bühnen für ein abwechslungsreiches Programm. Der offizielle Running Order bot von Mittag bis tief in die Nacht Metal in nahezu jeder erdenklichen Spielart.
Broken By The Scream – Kawaii trifft Kanonendonner
Den Auftakt auf der Louder Stage machten Broken By The Scream – und was zunächst wie ein harmloser J-Pop-Ausflug wirkte, entpuppte sich binnen Sekunden als musikalischer Enterhaken. Zwischen engelsgleichen Melodien, brutalen Growls und wahnwitzigen Tempowechseln hinterließ die japanische Formation viele offene Münder. Wer sich auf das Experiment einließ, wurde mit einer der ungewöhnlichsten und energiegeladensten Shows des Tages belohnt.
Visions Of Atlantis – Kurs Richtung Horizont
Wenn es auf Wacken eine Band gibt, die den Piratengeist musikalisch perfekt einfängt, dann sind es Visions Of Atlantis. Die österreichisch-französische Symphonic-Metal-Crew verwandelte den Holy Ground in ein majestätisches Segelschiff. Mit hymnischen Refrains, orchestralen Klanglandschaften und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz nahmen sie die Fans mit auf eine Reise über stürmische Meere. Fahnen wurden geschwenkt, Chöre erklangen aus tausenden Kehlen und für einen Moment schien der Acker tatsächlich ein Ozean zu sein.
Vanir – Wikinger auf Beutezug
Auf der Wackinger Stage legten anschließend Vanir an. Die Dänen brachten ihren kraftvollen Viking Metal mit donnernden Riffs, treibenden Rhythmen und einer gehörigen Portion nordischer Mythologie auf die Bühne. Trinkhörner wurden erhoben, Circle Pits eröffnet und spätestens bei den Refrains verwandelte sich das Publikum in eine feiernde Kriegerschar. Wer Folk Metal liebt, kam hier voll auf seine Kosten.
Megabosch – Party statt Enterhaken
Auch wenn Megabosch an diesem Mittwoch nicht auf den Bühnen des offiziellen Running Orders standen, waren sie auf dem Festivalgelände dennoch ein Gesprächsthema. Die Band, die Neue Deutsche Härte mit augenzwinkerndem Party-Charme verbindet, besitzt mittlerweile eine treue Fangemeinde auf dem Holy Ground und wurde von vielen Fans immer wieder als Festival-Liebling erwähnt. Ein Auftritt hätte perfekt in die ausgelassene Stimmung des Mittwochs gepasst.
Hämatom – Masken, Feuer und pure Eskalation
Als die Nacht hereinbrach, gehörte die Faster Stage Hämatom. Die maskierten Franken lieferten genau das, was ihre Fans erwarteten: eine wuchtige Mischung aus harter Musik, gesellschaftskritischen Texten, Pyrotechnik und einer unbändigen Spielfreude. Flammen schossen in den Himmel, die Menge sprang im Takt und die Band bewies einmal mehr, warum sie zu den beliebtesten Live-Acts der deutschsprachigen Metalszene gehört. Die zweistündige Show war eines der großen Highlights des Mittwochs.
Rose Tattoo – Rockgeschichte zum Abschied
Den emotionalen Schlusspunkt setzte Rose Tattoo. Die australischen Hard-Rock-Legenden befinden sich auf ihrer Abschiedstour und machten den Auftritt auf der W:E Stage zu einem ganz besonderen Moment. Mit Klassikern wie „Bad Boy for Love“ und natürlich „We Can’t Be Beaten“ zeigte die Band, dass ehrlicher, schnörkelloser Rock’n’Roll niemals alt wird. Viele Fans sangen jede Zeile mit und verabschiedeten eine Institution des Hard Rocks mit langanhaltendem Applaus. Der Auftritt gehörte zu den emotionalsten Momenten des gesamten Festivaltages.
Fazit
Der Mittwoch des Wacken Open Air 2026 war ein Fest für Entdecker und Veteranen gleichermaßen. Von den experimentellen Klängen von Broken By The Scream, über die majestätische Piratenromantik von Visions Of Atlantis, die nordische Wucht von Vanir, bis hin zur brachialen Energie von Hämatom und dem würdigen Abschied der Rock-Ikonen Rose Tattoo bot der erste volle Festivaltag alles, was das Metalherz begehrt. Wer diesen Mittwoch erlebt hat, weiß: Der Holy Ground hatte gerade erst den Anker gelichtet – und die Reise sollte noch lange nicht zu Ende sein.

























