Die legendären Rocker von RUSH stechen nach elf Jahren wieder in See

Los Angeles wurde Anfang Juni zum Hafen einer der größten Rückkehrfahrten der Rockgeschichte. Die Prog-Rock-Legenden RUSH hissten erstmals seit elf Jahren wieder gemeinsam die Segel für ein komplettes Konzert und eröffneten ihre mit Spannung erwartete „Fifty Something“-Welttournee mit vier restlos ausverkauften Shows im Kia Forum.

Ahoi, ihr Seebären des gepflegten Prog-Rocks! Am 7. Juni 2026 war es endlich soweit: Die beiden Gründungsmitglieder Geddy Lee und Alex Lifeson betraten wieder gemeinsam die Bühne und schrieben damit ein neues Kapitel in der über fünf Jahrzehnte währenden Geschichte von RUSH.

Passenderweise fand die große Rückkehr im Kia Forum von Los Angeles statt – genau jenem Ort, an dem die Band am 1. August 2015 ihre legendäre R40-Tour beendete. Damals stand noch der unvergessene Neil Peart hinter den Trommeln, dessen Tod im Jahr 2020 die Musikwelt erschütterte.

Nebel, Legenden und ein epischer Auftakt

Wie es sich für echte Kapitäne des Progressive Rock gehört, begann die Reise mit einem filmischen Rückblick auf mehr als 50 Jahre Bandgeschichte. Während die ersten Klänge des elfminütigen Meisterwerks „Xanadu“ durch die Arena hallten, lichtete sich der Nebel und die beiden Veteranen erschienen mit ihren berühmten Doubleneck-Gitarren auf Deck.

Unterstützt werden sie auf dieser monumentalen Reise von der deutschen Schlagzeugerin Anika Nilles sowie Keyboarder Loren Gold. Gemeinsam sorgten sie für einen kraftvollen und gleichzeitig emotionalen Neubeginn.

Vier Nächte voller musikalischer Schätze

Jede der vier Shows bot den Fans eine andere Schatzkarte voller Klassiker und Überraschungen.

Am ersten Abend erklangen beliebte Hymnen wie „Tom Sawyer“, „Limelight“, „The Spirit of Radio“ und „YYZ“, ergänzt durch selten gespielte Perlen wie „By-Tor and the Snowdog“.

Die zweite Nacht brachte frischen Wind in die Segel: Mehr als neun Songs wurden ausgetauscht. „Freewill“, „The Trees“ und „Closer to the Heart“ fanden ihren Weg zurück auf die Setlist. Besonders die komplette Aufführung der monumentalen „2112“-Suite ließ die Arena erbeben.

Bei der dritten Show wurde das legendäre Album „Moving Pictures“ vollständig live gespielt – ein wahres Fest für langjährige Crewmitglieder der RUSH-Gemeinde.

Der vierte und letzte Abend in Los Angeles hielt schließlich einen historischen Moment bereit: Zum ersten Mal seit 1979 spielte die Band wieder „A Farewell To Kings“ live und sorgte damit für Gänsehaut bei allen Anwesenden.

Eine Reise in Erinnerung an Neil Peart

Über allen vier Konzerten lag die Erinnerung an Neil Peart. Besonders bewegend war die gemeinsame Darbietung von „Time Stand Still“ mit Gastmusikerin Aimee Mann, die allabendlich für emotionale Momente sorgte.

Den Abschluss bildete stets „Working Man“ vom Debütalbum der Band – ein würdiger Schlusspunkt für vier außergewöhnliche Konzerte.

Auch Neil Pearts Witwe Carrie Nuttall-Peart und Tochter Olivia unterstützen die Tour ausdrücklich. Sie würdigen damit das musikalische Vermächtnis eines Künstlers, der als Schlagzeuger und Texter Generationen von Musikern beeinflusst hat.

50 Jahre RUSH – und kein Ende in Sicht

Die „Fifty Something“-Tour feiert die gesamte Karriere der Kanadier. Aus einem Repertoire von rund 40 Songs wird die Band jeden Abend neue Setlisten zusammenstellen. Bereits über eine halbe Million Tickets wurden allein für Nord- und Mittelamerika verkauft.

Doch die Reise hat gerade erst begonnen.

Nach Konzerten in Kanada, den USA und Mexiko steuert das Schiff 2027 Südamerika, Großbritannien und das europäische Festland an.

Deutschland macht die Leinen klar

Auch deutsche Fans dürfen sich auf fünf Hafenstopps freuen:

⚓ 21.02.2027 – Berlin, Uber Arena
⚓ 25.02.2027 – München, Olympiahalle
⚓ 28.02.2027 – Köln, LANXESS Arena
⚓ 02.03.2027 – Hamburg, Barclays Arena
⚓ 04.03.2027 – Stuttgart, Hanns-Martin-Schleyer-Halle

Geddy Lee freut sich bereits auf die Rückkehr:

„Alex und ich genießen jede Stunde der Proben mit Anika und Loren. Mit rund 40 Songs im Gepäck können wir die Shows ständig weiterentwickeln und den Fans jeden Abend neue Überraschungen bieten. Vor allem möchten wir gemeinsam 50 Jahre RUSH feiern und Neil die Würdigung zukommen lassen, die er mehr als verdient hat.“

Kurs auf neue Abenteuer

Die ersten vier Konzerte der „Fifty Something“-Tour haben eindrucksvoll bewiesen, dass die Magie von RUSH auch nach mehr als einem halben Jahrhundert ungebrochen ist. Mit einer Mischung aus musikalischer Virtuosität, emotionalen Erinnerungen und der Lust auf neue Abenteuer setzen Geddy Lee und Alex Lifeson erneut die Segel.

Arrr! Die alten Kapitäne des Progressive Rock sind zurück auf hoher See – und die Reise hat gerade erst begonnen.