HEAVEN SHALL BURN – DIE „HEIMAT OVER EUROPE“-CREW LÄSST DIE BATTSCHKAPP BEBEN!

Sanguisugabogg & 200 Stab Wounds heizen Frankfurt ein – ein Sonntagabend zwischen Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Circle Pits und klarer Kante gegen Rechts

Arrr, was für eine wilde Nacht im Frankfurter Hafen der harten Klänge! Am Sonntag, den 2. August 2026, hisste die Batschkapp die schwarze Flagge und bekam Besuch von einer ganz besonderen Metal-Crew. Im Rahmen ihrer „Heimat Over Europe Club Tour“ machten Heaven Shall Burn Halt in Frankfurt und hatten mit 200 Stab Wounds und Sanguisugabogg gleich zwei amerikanische Death-Metal-Brecher mit an Bord.

Während Heaven Shall Burn sonst regelmäßig die großen Festivalbühnen entern, ist die Gelegenheit, die Thüringer in einem vergleichsweise kleinen Club zu erleben, natürlich etwas ganz Besonderes. Und genau das merkte man diesem Abend von der ersten Minute an. Die Batschkapp verwandelte sich nach und nach in ein brodelndes Metal-Schiff, auf dem von ruhigem Ankerplatz schon bald keine Rede mehr sein konnte.

200 STAB WOUNDS – DER ERSTE ANGRIFF

Den Anfang machten 200 Stab Wounds aus Cleveland, Ohio. Noch standen bei den sommerlichen Temperaturen zahlreiche Gäste gemütlich im Biergarten und genossen dort die letzten ruhigen Minuten des Abends. Doch lange sollte es nicht ruhig bleiben.

Kaum betraten die Amerikaner die Bühne, war Schluss mit gemütlichem Herumlungern. Ihr kompromissloser Death Metal donnerte durch die Batschkapp und machte unmissverständlich klar, dass hier niemand gekommen war, um einen entspannten Sonntagabend zu verbringen.

Die 2019 gegründete Band ist längst über den Status eines Geheimtipps hinausgewachsen. Mit ihrem brutalen Sound und jeder Menge Druck gelang es den Jungs ziemlich schnell, weitere Matrosen vom Außenbereich in den Saal zu locken. Mit jedem Song füllte sich die Batschkapp ein Stück mehr und auch die ersten Bewegungen im Publikum wurden heftiger.

Obwohl 200 Stab Wounds gerade einmal etwas mehr als eine halbe Stunde Zeit hatten, wurde diese Spielzeit ordentlich genutzt. Die ersten Circle Pits wurden eröffnet und die Temperatur im ohnehin schon warmen Club stieg weiter an. Von Abkühlung konnte spätestens jetzt keine Rede mehr sein.

Für einen Opener war das bereits ein ordentliches Brett – und die Zeichen standen klar auf Sturm.

SANGUISUGABOGG – FRANKFURT WIRD ZUM DEATH-METAL-KESSEL

Viel Zeit zum Durchatmen blieb der Meute nicht. Als Nächstes ging es erneut nach Ohio, diesmal nach Columbus. Und spätestens bei Sanguisugabogg dürfte sich so mancher gefragt haben, wie zum Teufel man diesen Bandnamen eigentlich richtig ausspricht.

Doch Namen sind bekanntlich Schall und Rauch – der Sound hingegen war alles andere als leise.

Angeführt von Frontmann Devin Swank enterten Sanguisugabogg die Bühne und feuerten ihren dreckigen, brutalen Death Metal in Richtung Publikum. Seit ihrer Gründung 2019 hat sich die Band mit inzwischen drei Longplayern eine beachtliche Anhängerschaft aufgebaut. Dass diese auch in Frankfurt vertreten war, wurde schnell deutlich.

Der Saal hatte sich inzwischen ordentlich gefüllt und die Fans ließen sich nicht lange bitten. Jeder Breakdown, jeder brutale Riff und jeder wuchtige Schlag auf die Trommeln sorgte dafür, dass die Menge immer stärker in Bewegung kam.

Die Batschkapp entwickelte sich langsam, aber sicher zu einem einzigen kochenden Kessel. Die Luft wurde wärmer, die Shirts wurden feuchter und die Circle Pits größer. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit für den Headliner war, der hatte entweder den falschen Kurs eingeschlagen oder war schlicht noch nicht auf Betriebstemperatur.

Sanguisugabogg hinterließen jedenfalls ordentlich verbrannte Erde.

HEAVEN SHALL BURN – JETZT WIRD DAS SCHIFF GEENTERT!

Dann endlich war es soweit.

Das Licht ging zurück, die Spannung stieg und die Mannschaft von Heaven Shall Burn betrat die Bühne. Viel Zeit für höfliche Begrüßungen blieb allerdings nicht, denn mit „Counterweight“ wurde direkt das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten.

Was danach in der Batschkapp passierte, kann man wohl am besten mit einem Wort beschreiben: Eskalation!

Die Menge ging sofort steil. Stillstehen? Fehlanzeige! „My Revocation Of Compliance“ und „Voice Of The Voiceless“ trieben die ohnehin schon aufgeheizte Meute weiter nach vorne. Die ersten Crowdsurfer wurden von der Security aus dem Graben gefischt und über den Köpfen der Fans begann das bekannte Treiben.

Mit „Godiva“ und „Confounder“ wurde weiter nachgelegt. Band und Publikum hatten sichtlich ihren Spaß und man konnte förmlich spüren, wie sich zwischen Bühne und Saal eine ganz besondere Verbindung entwickelte.

Doch Heaven Shall Burn sind nicht nur für kompromisslosen Metal bekannt. Die Band nutzt ihre Bühne auch immer wieder, um klare gesellschaftliche und politische Zeichen zu setzen.

So richtete Maik auch an diesem Abend deutliche Worte an das Publikum und stellte sich klar gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte. Gerade bei einem Konzert mit dieser Energie war diese Ansage ein wichtiger Moment.

Und die Antwort der Fans ließ nicht lange auf sich warten: Aus der Menge schallte lautstark „Nazis raus!“

Ein deutliches Zeichen aus einem bis zum Rand gefüllten Metal-Tempel.

„HEIMAT“ TRIFFT AUF KLASSIKER

Musikalisch hatten Heaven Shall Burn für diesen Abend ein Set zusammengestellt, das kaum Wünsche offenließ. Natürlich durften einige Klassiker nicht fehlen. „Numbing The Pain“, „Endzeit“ und „Black Tears“ sorgten für jede Menge Begeisterung und dürften bei vielen Fans Erinnerungen an vergangene Shows geweckt haben.

Gleichzeitig lag ein großer Fokus auf dem aktuellen Material von „Heimat“. Die neuen Songs fügten sich dabei hervorragend in das energiegeladene Set ein und zeigten, dass Heaven Shall Burn auch nach all den Jahren noch ordentlich Feuer unter Deck haben.

Besonders bei „A Whisper From Above“ wurde es noch einmal richtig wild. Ein riesiger Circlepit entstand und spätestens jetzt war endgültig klar: Hier würde heute niemand trocken nach Hause segeln.

Die Batschkapp war inzwischen ein einziges bewegtes Meer aus Menschen. Arme gingen nach oben, Köpfe wurden geschüttelt, Crowdsurfer machten sich auf den Weg Richtung Bühne und die Circlepits fraßen sich durch die Menge.

Viel Zeit zum Verschnaufen gönnten Heaven Shall Burn ihrer Mannschaft ohnehin nicht. Eine der wenigen ruhigeren Passagen kam mit „Ad Arma“, das gleichzeitig als Intro für „War Is The Father Of All“ diente. Doch auch hier war schnell wieder Schluss mit der Ruhe und die Maschine nahm erneut Fahrt auf.

„VALHALLA“ UND EIN ABEND, DER BLEIBT

Irgendwann kommt jedoch auch für die härteste Crew der Moment, an dem der Anker geworfen werden muss. Bei Heaven Shall Burn läutet „Valhalla“ traditionell das Ende des Abends ein – und auch in Frankfurt sollte dieser Song den letzten großen Angriff markieren.

Was danach blieb, war nicht nur der Schweiß einer langen und intensiven Metal-Nacht. Man konnte vor allem die Dankbarkeit und Verbundenheit zwischen Band und Fans spüren.

Heaven Shall Burn hatten an diesem Sonntagabend einmal mehr bewiesen, warum sie zu den wichtigsten deutschen Metalbands gehören. Trotz ihrer Größe und der Möglichkeit, auf den größten Festivalbühnen des Landes zu spielen, haben sie sich für ihre „Heimat Over Europe Club Tour“ bewusst kleinere Locations ausgesucht.

Und genau das machte den Abend in der Batschkapp so besonders.

Mit 200 Stab Wounds und Sanguisugabogg gab es bereits vor dem Headliner zwei ordentliche Death-Metal-Breitseite. Als Heaven Shall Burn schließlich selbst das Kommando übernahmen, wurde aus der Batschkapp endgültig ein tobendes Metal-Schiff.

Drei Bands, ein heißer Sonntagabend und eine Batschkapp, die ordentlich durchgeschüttelt wurde.

Die „Heimat Over Europe Club Tour“ machte ihrem Namen in Frankfurt jedenfalls alle Ehre. Harte Riffs, brutale Drums, Circle Pits, Crowdsurfer und klare Worte gegen Rechts – mehr Metal geht kaum.

Und so konnte die Mannschaft nach dem letzten Ton von „Valhalla“ zwar erschöpft, verschwitzt und mit ordentlich Muskelkater von Bord gehen, aber eines war sicher:

Dieser Sonntagabend im August wird bei vielen Frankfurter Metal-Piraten noch lange im Logbuch stehen.