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MORTIIS entfesselt mit „Tundra, Heart of Hell“ die Geister einer verlorenen Welt

Es gibt Fahrten, von denen selbst die ältesten Seebären nur flüsternd berichten. Reisen durch eisige Gewässer, in denen keine Sterne den Weg weisen, in denen der Nebel die Horizonte verschlingt und uralte Geister zwischen den Wellen lauern. Genau dorthin führt uns MORTIIS mit seiner neuen Single „Tundra, Heart of Hell“ – dem letzten düsteren Vorboten seines monumentalen kommenden Albums Ghosts of Europa, das am 26. Juni 2026 über die finsteren Meere der Musikwelt hereinbrechen wird.

Der legendäre Norweger, einst Teil der Black-Metal-Ursuppe EMPERORs und später Schöpfer ganzer Klangreiche, öffnet mit diesem Werk erneut ein Tor in eine andere Welt. Eine Welt aus frostigen Einöden, verlorenen Erinnerungen und geisterhaften Landschaften, die ebenso fremdartig wie faszinierend erscheinen.

Die neue Radio-Single „Tundra, Heart of Hell“ gleicht dabei dem Logbucheintrag eines Kapitäns, der sich zu weit in verbotene Gewässer gewagt hat. Über düsteren elektronischen Klangströmen und cineastischen Soundlandschaften erhebt sich eine Atmosphäre von eisiger Größe und melancholischer Verzweiflung.

 

 

MORTIIS selbst erklärt die Herkunft des Titels:

„Aus irgendeinem Grund taucht das Wort ‚Tundra‘ immer wieder in meinem Leben auf. Die frühesten Versionen dieses Songs hießen sogar nur ‚Tundra‘ oder ‚Thundra‘, bevor ich mich entschied, ‚Heart of Hell‘ hinzuzufügen.“

Wie ein alter Fluch zieht sich dieses Wort durch die Geschichte des Künstlers und findet nun endlich seine endgültige Form – als Herzstück einer Reise durch die Schatten Europas.

Doch Ghosts of Europa ist weit mehr als nur ein weiteres Album. Es ist das Ergebnis von sechs langen Jahren voller Entbehrungen, innerer Kämpfe und kreativer Besessenheit. Zwischen 2020 und 2026 wurde das Werk in zahllosen Sessions erschaffen, verworfen, neu aufgebaut und wieder verändert. Entstanden ist daraus kein gewöhnliches Album, sondern eine musikalische Odyssee durch verlassene Reiche zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Wie ein Geisterschiff treibt Ghosts of Europa durch unterschiedliche Klangwelten. An Bord finden sich Spuren elektronischer Musik, Industrial Rock, Gothic-Einflüsse, Ambient-Landschaften und cineastische Visionen, die sich ständig verändern. Mal erinnern die Klänge an die gewaltigen Berliner Elektronik-Pioniere TANGERINE DREAM und Klaus Schulze, mal öffnen sich Abgründe aus Maschinenlärm, düsteren Harmonien und hypnotischen Melodien.

Ursprünglich sollte die Reise gemeinsam mit Stephan Groth von APOPTYGMA BERZERK stattfinden. Doch als diese Allianz scheiterte, setzte MORTIIS seinen Kurs allein fort. Aus den Überresten jener frühen Expedition entstand nach Jahren der Transformation ein Werk, das seine ursprüngliche Form längst hinter sich gelassen hat.

Wie ein Kapitän, der jede Karte über Bord wirft, folgte MORTIIS keinem Genre und keinem festen Kurs mehr. Stattdessen ließ er sich von Visionen leiten: von trostlosen Tundren, verlassenen Städten und zeitlosen Landschaften, die irgendwo zwischen Traum und Albtraum existieren.

Unterstützt wurde diese Reise von einer beeindruckenden Mannschaft aus Gastmusikern. Mit an Bord befinden sich unter anderem Sarah Jezebel Deva, Christopher Amott von ARCH ENEMY, Thorsten Quaeschning von TANGERINE DREAM sowie zahlreiche weitere Künstler aus den Bereichen Metal, Elektronik und Avantgarde. Gemeinsam erschaffen sie eine Klangwelt, die ebenso gewaltig wie unberechenbar wirkt.

Für den finalen Schliff wurde schließlich einer der angesehensten Klangalchemisten der modernen Musik verpflichtet: Sean Beavan. Der Mann, der bereits für NINE INCH NAILS, DEPECHE MODE, SYSTEM OF A DOWN, GUNS N‘ ROSES und SLAYER gearbeitet hat, übernahm den Mix des Albums und verlieh den Kompositionen ihre monumentale Tiefe.

Die Geschichte von MORTIIS selbst gleicht längst einer Legende unter den Musikpiraten. Als Håvard Ellefsen Anfang der Neunzigerjahre die Reihen von EMPEROR verließ, begann er seinen eigenen Feldzug gegen musikalische Grenzen. Mit den wegweisenden Dungeon-Synth-Alben der sogenannten „Era I“ schuf er Klangwelten, die bis heute Generationen von Künstlern beeinflussen. Später wandelte er sich immer wieder neu, erforschte Industrial Rock, elektronische Klangexperimente und düstere Gothic-Landschaften.

Stets begleitet wurde diese Reise von seiner ikonischen Erscheinung. Mit Maske und Gesichtsprothese wirkte MORTIIS wie ein Wesen aus den alten nordischen Sagen – halb Mensch, halb Mythos. Eine Gestalt, die perfekt zu den Welten passte, die er erschuf.

Nun erreicht diese jahrzehntelange Reise einen neuen Höhepunkt.

Ghosts of Europa wirkt wie die Chronik eines Kapitäns, der durch verlassene Königreiche segelt, in denen die Geister vergangener Zeiten noch immer durch die Ruinen wandern. Es ist ein Album voller Dunkelheit, Schönheit, Verzweiflung und Hoffnung. Ein Werk, das seine Geheimnisse nicht beim ersten Hören preisgibt, sondern den Hörer immer tiefer in seine Nebel hineinzieht.

Und während die eisigen Winde über die schwarze Tundra heulen und die Geister Europas aus ihrem Schlaf erwachen, steht MORTIIS am Bug seines Geisterschiffs und blickt unbeirrt in die Dunkelheit.

Die Segel sind gesetzt.

Der Nebel zieht auf.

Und die Reise hat gerade erst begonnen